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Die Bundesrepublik hat endlich wieder ein Kreuz um seine „Helden“ zu ehren. Nein, nicht um sie darunter zu begraben, hier geht es um ein Kreuz das man verliehen bekommt, wenn man besonders tapfer war im Kampf und dabei am Leben geblieben ist. Aber vermutlich wird man diesen Orden auch posthum erhalten können, falls das mit dem am Leben bleiben schief geht. Dieses Land und seine Krieger haben es auch verdient, dass man in der Öffentlichkeit Notiz davon nimmt, dass sie für das Vaterland und für eine hohe Entschädigung ihren „Arsch“ hinhalten. Gab es zuletzt noch diese böse Bundestagsdebatte so kurz vor dem „Sommerpäuschen“, so werden wir in Zukunft damit verschont werden. Keine Fragen mehr, wenn BKA-Beamte Informationen an kriegführende Verbündete weitergeben und dafür dann mit höchsten Orden dieser ausgezeichnet werden. Jetzt machen wir das einfach selbst, nicht mehr in schwarz, dass wäre zu auffällig, nein in gold, darunter geht es nicht. Ohnehin sind all die Bemühungen redlicher Ausschussmitglieder, wenn diese denn was aufklären sollen, seit eh und je ohne reale Wirkung für die Politik als solche. Die Ausschussarbeit dient, zumal in Wahlkampfzeiten, ausschließlich dazu den politischen Gegner zu beschädigen. Es war ja auch ein zunehmend unhaltbarer Zustand, dass eine Nation die Kriege führt und seien es völkerrechtswidrige Angriffskriege, umher läuft und keine Symbole zur Verfügung hat um dies zu dokumentieren. Keine andere der „führenden“ Nationen musste seine Helden fast nackend durch die Straßen spazieren lassen in ihren Ausgehuniformen, nur die Deutschen. Über Jahrzehnte hinweg, hat man sich gescheut das „kleine Schwarze“ wieder zu verleihen. Angeblich, weil es ein zu starkes Symbol des Faschismus war. Dabei haben wir Deutsche das „Eiserne“ doch schon vorher so gerne an unsere in diversen Kriegen zerschossenen Soldaten verliehen.
War es denn nicht schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten ein schöner Moment, wenn durch Granateneinschläge traumatisierte Kriegsveteranen in Reih' und Glied stehend, mit dem „Eisernen Kreuz“ für ihren Einsatz als Kanonenfutter ausgezeichnet wurden? Ja das waren schöne Fotos, Papi mit dem Orden! Endlich etwas das ihm keiner mehr wegnehmen konnte. Das mit dem Leben war ja ganz anders, dass konnte ihm schnell genommen werden, aber der Orden nicht mehr. Und auch der zukünftige Veteran, wenn er dann aus irgendeinem der Kriege zurückkommt, die noch zu führen sind um unsere „Demokratie“, unsere allseits geliebte „soziale“ Marktwirtschaft“ oder den europäischen Imperialismus gegen was auch immer zu verteidigen. Gleich an welchem Ort auf diesem Planeten und egal gegen wen. Auch er wird später, wenn er seine Grundsicherungsrente in Empfang nimmt, besser dastehen als all die anderen die gekniffen haben oder gar als Pazifisten durchs Leben spaziert sind. Er kann ruhig unter einem Baum, vorzugsweise einer Deutschen Eiche, im Park verweilen und seinen Orden am Revers herumzeigen.
Wir alle sollten uns mit der Kanzlerin darüber freuen, dass sie nun einen schöneren Grund hat auf die Truppe zu treffen als diese ewigen Trauerfeiern für im Kampf gefallene deutsche Soldaten in Afghanistan zum Beispiel. Wir hätten uns sowieso gewundert, wenn sie an all denen hätte teilnehmen wollen. Vermutlich werden das ja immer mehr werden zukünftig und vermutlich wird die Tendenzpresse sowie das Staatsfernsehen das Interesse daran verlieren in gleichem Verhältnis wie diese zunehmen. Da ist es doch gut einen anderen Grund zu haben um seine imperialistischen Träume abfeiern zu können. Mut und Tapferkeit vor dem Feind eignen sich da allemal besser als Tote.
Deutschland wird zunehmend militarisiert und keiner merkt es. Arbeitslose, die zur Geheimdiensttätigkeit herangezogen werden sollen, Militär in Arbeitsämtern, Militär bei Demonstrationen mit Tiefflugeinlage wie geschehen bei den G8 Protesten in Rostock, Militär in Schulen, Werbefilme des Militärs auf Phönix oder im Kinderfernsehen, oder die auffällig zunehmende Präsenz der Bundespolizei mit gepanzerten Fahrzeugen im Straßenbild allenthalben. Stück für Stück kommen sie sich näher, Volk und Armee. Bis sie eines nicht mehr fernen Tages wieder Eins sind. So wie Anfang des letzten Jahrhunderts oder unter Hitler. Der kämpfende Soldat als Teil der Gesellschaft, akzeptiert und gefeiert. Und dann braucht auch keiner mehr fragen wie das alles gekommen ist. Er ist dabei, jeden einzelnen Tag in diesem Lande.
Dieser Orden ist nur ein weiterer Teil, die Akzeptanz einer kämpfenden Truppe in der Gesellschaft zu erhöhen. Die damit verbundenen Reden, in denen man den Heldenmut der ausgezeichneten glorifiziert, ähneln denen die man als Durchhalteparolen für kindliche Flakhelfer in den letzten Kriegstagen des II Weltkrieges verwandt hat, auch wenn die Worte andere sind. Wenn das alles ohne den Widerstand des Volkes hingenommen wird ist es nur ein weiteres Indiz dafür, dass unsere Gesellschaft in neue Konfrontationen unter den Völkern hineingeleitet werden soll. Und dafür muss man sie halt gut vorbereiten. Diese Auseinandersetzungen müssen heutzutage nicht mehr zwingend als Kriege ausgetragen werden, dafür gibt es mittlerweile probatere Mittel. Aber eine starke, zum losschlagen bereite Truppe, die dazu auch noch in der Gesellschaft akzeptiert ist, hilft dabei als Druckmittel allemal.
Die Kanzlerin hat ihre Partei dazu aufgerufen, einfach mal an das zu glauben was sie als gute Politik verkaufen will. Wir tun das! Wir glauben daran, dass sie es schaffen wird kämpfende deutsche Soldaten im Ausland als positiv für unser aller Wohl hinzustellen. Verteidigen wir also mit ihr gemeinsam unsere Demokratie, auch wenn es dazu nötig ist völkerrechtswidrig zu handeln, oder andere Völker an ihrer Selbstbestimmung zu hindern. Hauptsache den Strippenziehern auf diesem Planeten geht’s gut – Jawoll!
Wegtreten!
Jeder tote Soldat, egal wo auf der Welt und egal in welchem Krieg ist einer zuviel… ----- Hinweis der Redaktion:
Eventuell vorkommende Rechtschreibfehler, sind ein Geschenk der Redaktion oder des/r jeweiligen Autors/in und dürfen behalten werden. Sie stellen im Sinne des Sozialgesetzbuches III bei Empfängern von Sozialleistungen kein Einkommen dar und können deshalb aufs Heftigste genossen werden.
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