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Kaum hat sich der Kööönisch dazu entschlossen aus seinem Sommerloch zu krabbeln, da muss  er sich auch gleich wieder aufregen. Am liebsten würde er sofort wieder in dem Loch verschwinden, bei soviel Ignoranz den Herrschenden gegenüber. Dabei ist die Kaste der Kapitalvertreter, die sich hierzulande „Volksvertreter“ nennen darf, doch auch nur der Kategorie Mensch zuzuzählen. Sind Wesen wie ich und Du, fühlen, lieben und haben Bedürfnisse einfacher Art wie Urlaub. Aber nun hat er seine Tasche schon mal ausgepackt und deshalb bleibt er auch hier und springt der Gesundheitsministerin zur Seite. Wie es sich gehört als jemand mit Anstand und Blick für die wirklichen Realitäten des menschlichen Seins an sich. Und was ist denn auch eigentlich schon passiert? Sie will ein wenig die Sonne genießen, nach all der harten Arbeit in ihrem Job, weshalb sie nach Alicante fährt. Falsch, sie selbst ist ja geflogen. Weshalb sie also nach Alicante fliegt und ein von Steuergeldern bezahlter Kraftfahrer, die Ulla wird übrigens auch aus Steuergeldern bezahlt, den Dienstwagen zeitgleich 2568 Kilometer ans Mittelmeer verbringt, da dort zwei öffentliche Termine wahrzunehmen sind. Also als Ministerin jetzt mal. Und das während des Urlaubs. Anstatt das einmal lobend zu erwähnen, dreschen nun alle auf sie ein.
Was kann die Ulla denn dafür, dass die Russenmafia oder wer auch immer, gerade genau diesen Typ Wagen für ihre Chefs geordert hat, auf dem Gebrauchtwagenmarkt? Na, was kann sie dafür? Richtig, gar nichts kann die Ulla dafür. Aber das ist ja hierzulande allen „Schnurzpiep“ egal. Doch genau das ist nicht gerecht! Das machen die Herrschenden nämlich von jeher, dass sie sich nehmen was ihren Bedürfnissen entspricht. Weshalb es eigentlich eher eine Debatte darüber geben sollte, warum die Spanische Polizei nichts gegen den Diebstahl von gepanzerten Oberklasselimousinen an Urlaubsorten unternimmt.
Nein der Ulla ist wirklich nichts vorzuwerfen. Seit achteinhalb Jahren führt sie ein Fahrtenbuch und hat ihre privaten Fahrten immer korrekt aus eigener Tasche bezahlt. Aus der eigenen Tasche, die ihr vorher die Steuerzahler gefüllt haben. Das kenne ich gut, ich erhebe schließlich auch Steuern und „verballere“ die dann zum Wohle meiner Untertanen für irgendwelche Saufgelage oder so. Das wird in unseren Kreisen halt so gemacht, was ist falsch daran? Sehen Sie, Sie wissen auch keine Antwort darauf die mich zufrieden stellen könnte.
Niemand mokiert sich darüber, dass unsere „Bundeskanzler“ seit fast vier Jahren durch die Welt Jettet, von einem Gipfel zum anderen Abgrund und nichts als Ergebnisse mitbringt, die die vorher schon schlechten Situationen noch weiter verschlechtern, wie beim Klima etwa. Und dabei so viele Bonusmeilen machen könnte, um eine zwölfköpfige Familie drei Jahre lang jede Woche nach Alicante schicken zu können. Und das alles mit einem Airbus der Bundeswehr, der schließlich auch von den Bürgern dieses Landes betankt und flugtauglich gehalten wird, zumindest bildlich gesprochen. Unser Außenminister muss derweil zuhause bleiben und sich von Titanic „verarschen“ lassen.
Das Interessiert hierzulande niemanden!
Oder das dieses Land nun den Europastrategen unterjocht wird, ohne das man seine Bevölkerung gefragt hat ob sie das überhaupt möchte? Und das ganze sogar von den obersten Demokratiehütern, dem Bundesverfassungsgericht, abgesegnet. Ganz genau so wie damals als man die D-Markt abgewertet hat und einfach mal den Euro erfand. Wobei man das ja klug geregelt hat, damals. Die Löhne 1:1 „Umgerubelt“ und bei den Preisen einfach nur das Währungszeichen verändert. Damals hat sich der Kööönisch gefreut. Das war nach seinem Gusto. Leider war die Idee nicht von ihm, was dem ganzen zwar einen bitterem Beigeschmack gab, aber dem Spaß an der Währungsreform dennoch keinen Abbruch tat.
Wo war denn da die Empörung? Warum schreit denn bei dem EU-Verfassungsvertrag die Bildzeitung nicht: Halt! Stopp!
Hunderte von Steuermilliarden, dieser und zukünftiger Generationen landen in den Taschen von Bankaktionären, um das angeblich einzige funktionierende System den Kapitalismus zu retten. Entwicklungshilfe wird sofort nach Gutschrift auf den Konten der „Entwicklungsländer“ in Militärutensilien umgewandelt. Die Bundeswehr „verpulvert“ im wahrsten Sinne des Wortes Hunderte Millionen Euro in einem Krieg in Afghanistan der nicht zu gewinnen ist. Nur um sie wieder als kämpfende deutsche Truppe in den Köpfen der Bürger zu etablieren. Ganz nebenbei wird die Bundeswehr dadurch auch wieder zu einem Militärapparat der angreift anstatt zu verteidigen. Menschen müssen in dieser Republik für „Tariflöhne“ von unter fünf Euro ihre Haut zu „Markte“ tragen, nur um sich dann in ihrer Freizeit in die Schlange beim Arbeitsamt zu stellen und ihren Lohn „Aufzustocken“.
Da gehen sie doch lieber Angeln. Oder sagen da kann man ja eh nichts ändern, wohl wissend das es nur einer geringen Mühe bedurfte, hier mal etwas mehr „Gerechtigkeit“ zu schaffen. Es ist halt bequemer sich auf die neue Bundesligasaison zu freuen.
Und weil das so ist und auch immer schon so war, ist es schändlich nun solch ein Spiel mit der Ulla zu treiben. Die zwei- oder dreihunderttausend Euro die der Wagen neu kostet, sind ohnehin im Vergleich zum Universum eher Peanuts. Umgelegt auf 83 Millionen Bundesbürger bleiben da für jeden nur, aber rechnen Sie bitte selbst. Die Rettung anderer Privatvermögen kostet den deutschen Steuerzahler da bekanntlich einiges mehr und das ohne das der Bund der Steuerzahler zu maulen anfängt. Die Minister und Ministerinnen dieses Landes sind es seit Urzeiten gewohnt machen zu können was sie wollen. Einzig einem verpflichtet und nur dem, ihrem Gewissen, was auch immer das ist. Und wenn das rein ist, so wie bei der Ulla jetzt, dann ist nichts passiert was uns beunruhigen müsste. Rein gar nichts! Dem Fahrtenbuch sei es gedankt!
Ach ja und noch etwas. Warum hat sich eigentlich keiner darüber aufgeregt, dass die „Bundeskanzler“ neulich mit dem Learjet der Flugbereitschaft nach Sylt geflogen ist, nur um ihr neues und vermutlich nicht sehr ergiebiges Buch vorzustellen? Sie wird sich beeilt haben die Kosten dafür schnell aus eigener Tasche oder der des Verlages nachzureichen. Damit man der Ulla ihren Dienstwagen um die Ohren hauen kann. Artikel zu dem Thema sind mittlerweile nur noch schwer recherchierbar, aber eben noch zu finden! Gucken Sie z.B. mal hier nach: http://kritik-und-kunst.blog.de/2009/07/27/merkels-learjet-ullas-dienstwagen-6595784/
In dieser Republik sind die meinungsmachenden Medien eben deutlich in eine Richtung gelenkt. Unterstützung der Kapitalmonopolisten und deren politischer Vertretungen wie CDU/CSU und FDP. Und da ist ihnen eine machtversessene und Neoliberale FDP allemal deutlich lieber, als eine immer noch ständig mit der Basis kämpfende SPD. In ihr haben die Parteiführer nämlich immer noch welche niederzuhalten die daran glauben, dass die SPD einen Sinn hatte als sie gegründet wurde. Die Vertretung der „kleinen“ Leute. Auch wenn dieser Anspruch längst im Nirgendwo verpufft ist.
Ulla, der Kööönisch ist an Deiner Seite! Und das sollte Dich unbedingt beruhigen. Ich wünsche noch einen schönen Resturlaub, möge er bis 2034 dauern!

Hinweis der Redaktion:
Eventuell vorkommende Rechtschreibfehler, sind ein Geschenk der Redaktion oder des/r jeweiligen Autors/in und dürfen behalten werden. Sie stellen im Sinne des Sozialgesetzbuches III bei Empfängern von Sozialleistungen kein Einkommen dar und können deshalb aufs Heftigste genossen werden.
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