Vom 6. -8. Juni werden nicht nur die Vertreter der Wirtschaftsmächte dieser Welt zusammentreffen, sondern auch zahlreiche Demonstranten und, wenn man den Warnungen glauben schenken könnte, Terroristen der linken oder sogar islamistischen Szene. Zumindest könnte man so Wolfgang Schäubles Aussage zum letzten G8-Gipfel in Schottland werten. Nun gut, dass Ritual wiederholt sich und die Menschen demonstrieren wieder fleißig gegen den Kapitalismus.
Doch lohnt sich dieser Aufmarsch? Ist er vielleicht nicht sogar kontraproduktiv? Was soll und was wird erreicht?
Bereits seit seinem ersten Treffen in Rambouillet 1974 gilt der G8-Gipfel als Symbol des internationalen Kapitalismus. Alte Männer, zugegeben meistens demokratisch gewählt, die über die wirtshaftliche Zukunft der Welt beraten - ANSTÖSSIG! Dagegen muss rebelliert werden. Ganz klar. Und das wird auch fleißig getan, nur leider werden dadurch weder die Ziele erreicht, die von den Protestanten erwünscht werden, noch trägt die direkte Protesterei dazu bei, dass die Strukturen transparenter werden, denn die Gründe für erhöhte Sicherheitsmaßnahmen sind war immer noch fadenscheinig, aber doch besser für den Normalbürger zu rechtfertigen, da es sich bei den Protestanten ja um linke Autonome handelt, die nur alles kaputt machen wollen.
Doch was tun? Die bösen Kapitalisten machen lassen?
Es ist vor allem wichtig, dass die G8-Gipfel Teilnehmer gezwungen werden ihre Policy besser zugänglich und verständlich zu machen.Kein Verstecken, kein Vorenthalten.
Doch das ist leider nicht möglich, wenn sie die Möglichkeit bekommen aus sogenannten Sicherheitsgründen die Zugänglichkeit für Journalisten und andere Menschen des öffentlichen Lebens zu beschränken.
Natürlich muss den Ungerechtigkeiten, die auf diesen Treffen teilweise beschlossen werden, Ausdruck verliehen werden, doch man darf der sowieso schon vorhandenen Geheimniskrämerei nicht noch Auftrieb verleihen, denn sonst werden die Gipfel bald ohne Journalisten, oder nur noch mit einem Agenturvertreter, auf einer einsamen insel abgehalten. Und das kann nun keiner wollen.