Wer von uns ist nicht ein überzeugter Spiegel - Online - Leser? Wer von uns bezieht seine Informationen nicht von diesem, sich täglich ausbreitenden, Portal? Wer von uns ist nicht darauf angewiesen, dass die Redaktion uns die Agenturnachrichten richtig aufbereitet?
Sehe man von Daniel Haas und Reinhard Mohr ab, die uns, mit einer zynischen Analyse des Zeitgeistes regelmäßig den Tag versüßen, so muss man allerdings erkennen, dass das Konsumieren der Artikel sich zunehmend auf das Konsumieren der Überschriften reduzieren lässt.
Täglich jagt eine lieblose und unkritische Agenturnachricht die nächste. Täglich wird der Status-Quo auf ein neues beschwört. Täglich wird uns die Ohnmacht demonstriert, die uns hilflos erscheinen lässt.
Denn täglich werden die wahre Zustände dieser Gesellschaft verdrängt, ignoriert und somit unterstützt. Wo sind die inspirierten Forderungen nach irgendetwas? Wo ist die echte Auseinandersetzung mit den Ereignissen des 11. Septembers? Wo sind die Anprangerungen an einen aufkommenden Polizeistaat?
Die, sich selber als solche wahrnehmenden, seriösen Online-Magazine, spiegelbildlich Spiegel-Online, sind lediglich Platzhalter für abgedroschene, zentral-organisierte und indoktrinierte Agenturnachrichten. Banal eben.