endsieg.info - Was geht'n mit Gott
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Oder die endlose Geschichte eines lächerlichen, viel zu emotionalen gebashes
"Zwischen Erde und Mars gibt es eine kleine Teekanne, die dort still, zufrieden um die Sonne kreist. Die Kanne ist ziemlich klein, um genau zu sein, so klein, dass man sie selbst mit unseren stärksten Teleskopen zu sehen, aber wir können uns sicher sein: Sie ist da!" Russell hat damals schon ganz richtig erkannt: Die Existenz eines Gottes, dessen Definition diesen Nachweis bereits ausschließt, wird naturgemäß ziemlich schwer fallen.
Natürlich gibt es diverse Ansätze, einen Gottesbeweis anzustellen, aber die basieren meist auf Einschränkungen seiner (all-)Skills. Andererseits könnte man das was Gott bisher erreicht hat, als Beweis nehmen. Je nach Sichtweise hat er schließlich die frohe Kunde in größeren Teilen Europas und Nordamerikas, bzw. des Mittleren Osten und Afrikas verbreitet, das erwählte Volk in das gelobte Land gebracht und/oder einige, zum Teil sehr blutige Kriege gegen die ungläubigen gewonnen. Aber auch das wäre natürlich nicht unbedingt ein Argument, denn wir wissen alle: Menschen tun seltsame Dinge, besonders wenn sich einer als Führer aufspielt.
Es ist so: Man kann Gottes Existenz nicht beweisen, aber ich sage: Man will es auch gar nicht. Klar, die (organisierten)Religionen wollen es sowieso nicht, denn wenn man von Gott die Jabber ID hat, braucht es keinen Priester mehr als Mittelsmann(ihr kennt das alle aus Foren: wenn du den Admin persönlich kennst fragst du doch nicht den Mod) und wir wissen alle, Stellen sind rar für unqualifiziertes Personal. Außerdem könnte bei so einem Unterfangen natürlich auch rauskommen, dass es Gott gar nicht gibt, und Religionen ohne Gott passiert das gleiche wie Ideologien, die keine Angst einjagen: Sie verlieren reihenweise die Unterstützung derer die sie tragen - also wieder dasselbe ergebnis für die Priester: Arbeitslosigkeit.
Man kann natürlich auch argumentieren, dass einige der blutigsten Kriege niemals stattgefunden hätten, wäre dieser durchgeknallte machtgeile Typ auf seiner Wolke nicht gewesen. Ich finde Krieg selbsverständlich auch scheiße, aber in diesem fall muss ich leider mit dem Waffenverkäufer gehen: "(ein nicht existenter) Gott bringt keine Menschen um. Menschen tun das." Was man Gott oder besser, der Religion im eigentlichen Sinne vorwerfen kann, ist dass sie das was sie erklärtermaßen zu erreichen versuchen, nämlich dass die Leute endlich mal nett zueinander sind, nicht erreicht haben, und dass zumindest ein paar unserer Religionen, genug Zeit hatten und jetzt eigentlich mal wer anders auf die Bühne dürfte.
Man kann kritisieren wie man will, bezweifeln wie man will, rational argumentieren wie man will, wie er Gott selbst in einem seiner Bestseller schon sagt: "Der Glaube braucht keinen Beweis". Und wenn jemand an irgendwas glauben will, kann man ihm das nicht verbieten. Und überhaupt, wenn man schon an irgendwas glauben will, ist Gott doch auch gar nicht die schlechteste Alternative. Der sagt immerhin dass man immer fein nett zu seinen Mitmenschen sein soll. Folglich kann man die ganzen "Gott existiert nicht", "Die Beweislast liegt bei den Gläubigen"(wie gesagt, die Gläubigen haben den Beweis nicht nötig) -Aussagen, als arrogante Atheistenreligion abtun, denn mal im ernst, wer von diesen Typen mit Brillen und hohen IQs, hat sich diese klugen Sätze schon selbst ausgedacht.
Ich verstehe es nicht: Immer wenn es im Gespräch um religiöse (ich zähle die "nicht-religion" atheismus jetzt auch mal dazu auch wenn mir der Unterschied zwischen "An (einen bestimmten) Gott glauben" und "An rein garnichts glauben" natürlich bewusst ist) Themen geht, werden sie auf einmal alle völlig überflüssigerweise emotional. Da kann man doch drüber reden liebe Freunde. Einer glaubt an Gott, einer an Nichts, einer an Teekannen aber wir sind doch alle zu halbwegs guten Menschen geworden so where's the point?
Was ich damit sagen will: Das Leben ist ein Hitchcockfilm und Gott ist ein MacGuffin: Er selbst, in seiner Form und Funktion ist von keinem besonderen Interesse.


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