In diesen Tagen tritt mal wieder eine menschliche Eigenschaft zu Tage, die seit Jahrhunderten die Geschicke der Menschheit bestimmt und wahrscheinlich immer bestimmen wird: Inkonsequenz.
Sei es die Mutter gegenüber ihrem Kind, sei es der Lehrer gegenüber seines Schülers, Inkonsequenz ist gesellschaftsfähig, macht und ist menschlich. Fehlbarkeit ist menschlich.
Diese Fehler können Schmerz und Leid verursachen, aber was ist wenn Fehler, basierend auf Inkonsequenz, ganze Bevölkerungsteile gefährden?
Dieses Schicksal wird jetzt zahlreiche Menschen im Irak und in Afghanistan ereilen, wenn die Truppen ruckartig abgezogen werden. Doch gehen wir systematisch vor.
Zunächst einmal ist der Tod der deutschen Soldaten furchtbar, da sich die deutschen Militärs eigentlich den Aufbau des Landes und nicht Kriegshandlungen wie im Süden des Landes auf die Fahne geschrieben haben. Dennoch muss man sehen, dass es sich, immer noch, um ein umkämpftes Land handelt, in dem Kriegsmittel eingesetzt werden. Dazu gehören leider auch Attentate. Den Tod von Soldaten, die in einem, von Krieg überzogenem, Land tödlich attackiert werden, auf die Spitze der täglichen Agenda zu setzen verschleiert die raue und lebensgefährliche Realität eines Soldaten im Auslandseinsatz. Auf derartige Ereignisse werden Soldaten vorbereitet; denen, die überleben, winkt ein Preisgeld.
Jeder Soldat, der nach Afghanistan geht weiß um die Gefahren, was den Tod für die Angehörigen natürlich nicht besser macht. Dennoch zeichnet sich mit der hochtrabenden Trauer um die deutschen Soldaten die Verharmlosung von Kriegseinsätzen ab. Die Methode Rein-Raus-alles-froh-und-friedlich funktioniert nicht, das haben die Amerikaner nicht erst in Mogadischu bewiesen. Krieg ist unberechenbar und die Illusion eines "sauberen Krieges" ist gefährlich und falsch. Die Welt ist in Afghanistan einmarschiert um die Menschen zu befreien und zu befrieden, ihnen eine echte Chance zu geben, ein plötzlicher Abzug wäre für die Menschen dort eine Katastrophe, würden doch die Hilfsorganisationen ungeschützt hinterlassen und gezwungen sein, dass Land ebenfalls zu verlassen.
Der Tod der Soldaten ist tragisch, ist aber nur eine logische Konsequenz des Aufenthaltes von Truppen jeglicher Art und Intention.
Ebenso gestaltet sich die Forderung der amerikanischen Linken (an dieser Stelle wird die Begrifflichkeit "amerikanische Linke" als Opposition zur derzeitigen Regierung verstanden) nach einem sofortigen Rückzug aus dem Irak als bodenlose und unverschämte Inkonsequenz. Der Irak wurde durch den Sturz von Saddam Hussein in den Bürgerkrieg gestürzt und kann sich jetzt nicht selbst überlassen werden. Die Amerikaner haben angefangen dieses Land umzustrukturieren und jetzt müssen sie das ganze zu Ende bringen, in dem sie den Bürgerkriegszustand aktzeptieren und ihre Maßnahmen danach ausrichten. Alles andere ist vermessen, albern und vor allem unfair gegenüber den Irakis. Auch wenn die Beteiligung an diesem Bürgerkrieg unfair gegenüber den amerikanischen Truppen ist, er wurde ausgelöst von Amerikanern, er muss beendet werden von Amerikaner. Alles andere ist Augenwischerei und Feigheit.
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