Die glühende Herbstsonne hing tief über den Holzdächern der Stadt und lies sich vom Horizont schlucken. Es war kalt. Der erste Schnee war dieses Jahr sehr früh gefallen, aber nicht lange liegen geblieben. Ein leichter Nebel zog auf als ein älterer Mann mit mehlweißem Bart, gekleidet in Lumpen über den Marktplatz humpelte.
Tauben, so verwoben grau wie der aufziehende Nebel, pickten die Körner vom Boden, die das tägliche Marktgeschehen dort bedenkenlos zurückgelassen hatte. Nun sprach die Welt die Sprache des Dunkeln.
Die letzten Verkäufer packten ihre Krüge, Gewürze und Leinenstoffe auf ihre Karren und fuhren davon. Sie hörten den alten Mann nicht rufen. Sie hörten seinen Magen nicht nach Essen knurren. Er blieb lustlos und hungrig stehen und schaute den rumpelnden Händlerwagen hinterher.
Vor Hunger fing er an seine Hand abzulecken, als plötzlich einen Taube neben ihm landete um sich etwas Getreide im kalten Matsch zu sichern. Da zog der Bärtige, wie von Sinnen seinen Gehstock und erschlug die Taube vor seinen dürren Füßen.
Er nahm sie in die Hand und betrachtete das Geflügel. Dann rief er den Händlern, die schon längst im Nebel verschwunden waren, hinterher: "Dank sei euch. Euren Mastvogel werde ich mir schmecken lassen." So zog er dann los in die Unendlichkeit des Nebels um eine passende Feuerstelle zu suchen.