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Mein Kopf ist leer. Obwohl ich weiß, dass diese Erkenntnis zeigt, dass er nicht leer ist, ist er leer. Ich wandele durch die Gegend und eine zähe, klebrige Masse von Gedanken, Ängsten und Menschen beherrscht meinen Kopf. Unterlegt durch Musikfetzen bahnt sich die zähe Masse ihren Weg durch meinen Körper. Ich tue Dinge, die ich nicht will, sage Dinge, die ich nicht sagen will. Sie fließen grau und zäh aus mir heraus. Ohne Ankündigung.

Manchmal frage ich mich, ob ich in der Lage bin logisch zu denken. Also Schritt für Schritt logische Schlüsse aus dem zu ziehen, was gegeben ist. Meine Gedankenschritte sind blitzartig, nicht zurück zu verfolgen, nicht analysierbar. Sie sind da oder nicht. Die Struktur meines Denkens ist binär. Entweder ist die Information da oder nicht. Aber wie die Information artikuliert wird kann ich nicht nachvollziehen. Ein Hirnforscher weiß wie mein Gehirn funktioniert, aber wie funktioniert mein Denken?

Ich kann nicht stundenlang einem Gedanken folgen, einen spezifischen Gedanken ausarbeiten. Ich denke in Bildern, in Gesichtern, in Sätzen. Fällt mir Mathe deswegen nicht leicht?

Manchmal sind es nur einzelne Sätze, die tagelang in meinem Kopf herumschwirren, wie ein ewiges Echo, dass mich die ganze Zeit begleitet, den ganzen Tag erfüllt. Es blockiert quasi meine Fähigkeit logische Schlussfolgerungen, Stück für Stück, einzeln aneinander gereit, zu machen. Doch inmitten dieses Echos erwachsen plötzliche Informationen. Informationen über die Welt, über die Menschen, über das Sein und das Wesen. Plötzlich auftretendes Wissen. Kein bewusstes Denken, nur eine Tatsache.

Ähnlich funktioniert meine "Gabe" menschliches Verhalten sofort zu verstehen. Das Handeln eines Menschen lässt einen Blick auf sein Wesen zu, die Blicke eines Menschen verraten seine Seele, seine wahren Gefühle. Verrückt, dass wir unsere Sensibilität, die wir zweifelsohne dafür haben, so selten nutzen und den Menschen lieber böse Absichten unterstellen, ja Bösartigkeit zu sehen glauben. Haben nicht alle Menschen diese "Gabe"? Haben nicht alle Menschen die Möglichkeit das Verhalten anderer zu verstehen, zumindest die möglichen Szenarien zu verstehen? Sichrlich fällt es manchen leichter diese Prozesse zu durchlaufen, sicherlich gehört dazu ein bisschen Übung, aber ist es nicht ver-rückt, dass wir unsere Empathie zu vergessen scheinen? Ist es nicht verrückt, dass wir entstehende Missverständnisse nicht endlich aus der Welt schaffen?

Der Mensch ist nicht böse. Der Mensch ist unsicher. Du bist unsicher. Ich bin es auch. Aber wir müssen das aktzeptieren und uns nicht davon einschüchtern lassen! Dominierende Unsicherheit ist die personifizierte Unmündigkeit!



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